
Istat-Daten zeichnen einen strukturellen Wandel in der italienischen Gesellschaft ab: Die kirchliche Trauung ist nicht mehr die automatische Wahl der Mehrheit der Paare, womit eine endgültige Überholung durch die standesamtliche Eheschließung besiegelt wird.
Die Zahlen des Überholens
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Vorherrschaft der Zivilehe: Jenseits 61% der Gesamtraum der Eheschließungen wird im Standesamt oder durch standesamtliche Trauungen vollzogen, was einen seit Jahrzehnten stetig wachsenden Trend bestätigt.
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Rückgang des religiösen Ritus: Kirchliche Trauungen verzeichnen weiterhin zweistellige Rückgänge (mit jährlichen Rückgängen von etwa -11%), wobei sie selbst bei Erstheiraten an Boden verliert.
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Geografisches Gefälle: Der Norden und die Mitte des Landes treiben den Übergang zur standesamtlichen Trauung voran (im Norden liegt der Anteil der standesamtlichen Trauungen sogar bei Erstheiraten bereits über 58%), während der Süden nach wie vor die Region ist, in der die kirchliche Trauung den stabilsten Anteil aufweist, wenn auch mit stetig sinkender Tendenz.
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Ausgeprägte Saisonabhängigkeit: Der religiöse Ritus findet fast ausschließlich (zu über 90%) zwischen dem Frühling und dem Beginn des Herbstes statt, mit Spitzenwerten im Juni und September.
Die Hauptgründe
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Kulturelle Säkularisierung Das katholische Ritual hat seine Bedeutung als “obligatorischer Übergang” oder reine soziale Konvention verloren; die Entscheidung, heute in der Kirche zu heiraten, entspricht meist einer realen Glaubensüberzeugung, wodurch Feiern, die ausschließlich wegen Familientradition zelebriert werden, zurückgegangen sind.
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Boom der nichtehelichen Lebensgemeinschaften: Die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften hat sich in den letzten zwanzig Jahren fast vervierfacht. Das Zusammenleben wird mittlerweile entweder als eigenständige und dauerhafte Alternative oder als sehr lange Vorbereitungsphase angesehen, wodurch das symbolische Bedürfnis nach dem Sakrament an Bedeutung verliert.
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Alterung des Brautpaars und Prekarität: Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung hat überschritten 34 Jahre für Männer und 32 Jahre für Frauen. Der späte Einstieg in den Arbeitsmarkt und der verzögerte Auszug aus dem Elternhaus führen dazu, dass man sich für pragmatischere und weniger formelle Lösungen entscheidet.
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Zusammensetzung der Paare: Die Zunahme von Eheschließungen, bei denen mindestens ein Partner Ausländer ist (wobei der Anteil der standesamtlichen Trauungen über 90% liegt), sowie die steigende Zahl von Wiederverheiratungen führen statistisch gesehen dazu, dass die Trauungen immer seltener vor dem Altar stattfinden.
Anmerkungen und Szenarien
Der Rückgang der kirchlichen Riten ist nur die Spitze des Eisbergs eines umfassenderen demografischen Wandels im Zusammenhang mit Geburtenrückgang und dem numerischen Schrumpfen der jüngeren Generationen.
Die religiöse Zeremonie hat sich von einem kollektiven Ritus zu einer bewussten Entscheidung einer Minderheit gewandelt, während sich die Institution der Ehe anhand flexiblerer zivilrechtlicher und privatrechtlicher Modelle neu definiert.
