In der Welt der Fotografie gibt es viele Spezialisierungen, aber nur wenige sind so faszinierend und eigenartig wie die von Marianna Zampieri, einer italienischen Fotografin, die sich entschieden hat, ihr Talent ausschließlich Katzen zu widmen. Mit dem von ihr geprägten Begriff “Catographer” drückt Zampieri ihre Mission am besten aus: nicht nur Katzen zu fotografieren, sondern dies mit Leidenschaft, Respekt und Liebe für diese außergewöhnlichen Tiere zu tun.
Einer seiner faszinierendsten Aufnahmen, “Die Runde auf den Dächern Venedigs”, verkörpert die gesamte Essenz seines Stils. Aufgenommen mit einer Sony ILCE 7, mit einem 28-70mm F3,5-5,6 Objektiv bei ISO 2000, 28mm, 1/250 Sekunde und Blende f/9, fängt dieses Bild einen Moment perfekter Harmonie zwischen zwei Katzen-Schwestern, Luna und Tempesta, ein, während sie ihre übliche Runde auf den Dächern der Serenissima drehen. Der Kontext ist einzigartig: Die Aussicht von der venezianischen Wohnung öffnet sich auf das stimmungsvolle Campo San Trovaso, mit Blick auf den Canale della Giudecca. Die Schönheit der Aufnahme liegt gerade in der perfekten Synchronität der beiden Katzen und in der unverwechselbaren venezianischen Kulisse, die durch die ausschließliche Verwendung von Schwarz-Weiß, einem Markenzeichen von Zampieris Arbeit, noch eindrucksvoller wird.
Katzen in Venedig: ein achtjähriges Projekt
“La Ronda sui tetti di Venezia” ist Teil von “Cats in Venice”, einem Projekt, dem sich Marianna Zampieri seit etwa acht Jahren widmet. Durch Fotografie und Erzählung dokumentiert sie das Leben venezianischer Katzen, sammelt Informationen über ihre Geschichten und schafft ein einzigartiges visuelles und dokumentarisches Archiv. Dieses Engagement hat ihr ermöglicht, drei Bücher zu veröffentlichen, die auch ins Englische übersetzt wurden, ein viertes ist in Arbeit. Ihre Arbeit ist nicht nur eine Hommage an die Katzen, sondern auch ein wertvoller Beitrag zum historischen Gedächtnis der Stadt und ihrer felinen Bewohner.
Fotografie als Ausdruck von Respekt und Beobachtung
Katzen zu fotografieren ist keine leichte Aufgabe. Diese Tiere sind berüchtigt für ihre Unabhängigkeit und Unberechenbarkeit, was viel Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Marianna Zampieri hat eine Methode verfeinert, die auf Respekt basiert: Jeder Schuss erfolgt zu den vom Tier selbst bestimmten Zeiten und Weisen, ohne Zwang oder Einmischung.
Sein Ziel ist es, die Katzen in ihrer Authentizität darzustellen, frei, sie selbst zu sein, eingebettet in die städtische Umgebung oder andere Arbeitskontexte, wie auch einige seiner anderen Projekte zeigen. Die Wahl von Schwarz-Weiß verleiht den Bildern nicht nur einen Hauch von Eleganz und Zeitlosigkeit, sondern hilft auch, sich auf die Ausdrücke, Bewegungen und Persönlichkeiten der Subjekte zu konzentrieren.
Die Kunst des Erzählens durch Bilder
Marianna Zampieri beschränkt sich nicht nur auf das Fotografieren: Mit ihrer Kunst erzählt sie Geschichten. Jede eingefangene Katze wird zum Protagonisten einer größeren Erzählung, in der sich Elemente des Alltags, der Architektur und der lokalen Geschichte verflechten. Ihre Fähigkeit, die katzenhafte Seele mit einem einzigen Bild einzufangen, macht ihre Arbeit so besonders und wiedererkennbar.
Mit seinem Projekt “Cats in Venice” hat Zampieri gezeigt, wie Fotografie ein wirkungsvolles Instrument der Dokumentation und Sensibilisierung sein kann. Sein Engagement würdigt nicht nur die Präsenz der Katzen in der Lagunenstadt, sondern unterstreicht auch die Bedeutung von Respekt und harmonischem Zusammenleben zwischen Mensch und Tier.
Dank seines Engagements hat die Welt die Möglichkeit, Venedig aus einer anderen Perspektive zu entdecken: derjenigen eines Menschen, der darin mit Samtpfoten, zwischen Gassen, Plätzen und Dächern, stets mit einem Hauch von Geheimnis und jeder Menge katzenhafter Eleganz lebt.
